Australien: Reisetag

Um 4:00 Uhr klingelte bereits unser Wecker und wir packten die letzten Dinge in unsere Rucksäcke. Danach den Wagen am Flughafen abgeben, einchecken und das Flugzeug besteigen. Eine Prozedur, welche wir in den letzten Wochen einige Male absolviert haben. Dieses Mal war jedoch anders, dass wir Business flogen und als erstes einsteigen durften. Bei Jetstar (wie im letzten Beitrag geschrieben, eine Billigairline) ist die Business Class nicht so luxuriös wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Dennoch hatten wir extrem viel Beinfreiheit, breitere Sitze, eine Goodie Bag und Essen à la carte. Auch war der Service „besser“, da eine Flight Attendant auf wenige Fluggäste kommt.

Der Flug dauerte rund 10.5h und verging wie im Flug ;-).

In Sydney angekommen, mussten wir noch einige Zeit warten, bis wir den Weiterflug nach Melbourne hatten. Gegen 21:30 Uhr waren wir dann endlich im Hotel. Ein doch sehr langer Tag.

Spannend ist, dass wir bisher immer in der Zeit hinter der Schweiz waren. In Hawaii hatten wir 12h Zeitdifferenz. Bei unserem Flug nach Australien überflogen wir sowohl die Datumsgrenze, wie auch den Äquator. Sprich wir sind nun der Schweiz in der Zeit voraus und haben nun Winter oder anfangs Frühling.

Hawaii: O‘ahu Teil 2

Die letzten Tage auf Hawaii verbrachten wir dort, wo alles angefangen hat – auf O‘ahu. Beim ersten Besuch hatten wir noch nicht alles gesehen was wir wollten und da wir sowieso von Honolulu aus nach Australien fliegen mussten, bot sich ein zweiter Aufenthalt an. Ursprünglich war geplant, dass wir am 15. September nach Australien weiter fliegen. Da wir dort jedoch für längere Zeit ein Auto „privat“ mieten können, mussten wir leicht umplanen. Denn wir werden das Auto von Melbourne bis nach Cairns fahren und dort dann das Auto an Linn und Luca übergeben, welche die Strecke wieder zurück nach Melbourne fahren. Damit es zeitlich aufgeht, mussten wir also unseren Flug vorverschieben. Da wir den Flug bei Jetstar (die Billigairline von Qantas Airways) gebucht hatten und ein Upgrade auf Business relativ günstig war, konnten wir den Flug kostenlos verschieben.

Nun aber wieder zurück zu unseren letzten Tagen auf O‘ahu. Mit dem Mietwagen fuhren wir die Ostküste hoch und besuchten einige Aussichtspunkte. Unter anderem Drehorte für den Film Jurassic Park. Wir entdeckten einen kleinen Strand, wo praktisch keine Touristen waren und verbrachten dort einige Stunden.

Am Abend assen wir erneut die Cheesecake Factory und liessen den Tag gemütlich ausklingen.

Den letzten Tag starteten wir mit einer Wanderung auf den Diamond Head. Der Diamond Head ist ein Vulkankrater nahe der Stadt Honolulu. Für die Wanderung zur Aussichtsplattform muss man durch einen Tunnel in den Krater, diesen dann durchqueren und auf der anderen Seite den Krater hochlaufen. Von oben hat man einen schönen Ausblick auf Honolulu. Eine kurze und sehr touristische Angelegenheit.

Der Diamond Head war für die Amerikaner in der Vergangenheit ein wichtiger militärischer Aussichtspunkt (zuerst für die Angriffe über Meer und später dann über die Luft).

Für das Mittagessen fuhren wir wieder an der Ostküste hoch und besuchten ein kleines Lokal, welches hawaiianisches Essen servierte. Für uns gab es Shrimps mit Steak resp. Teriyaki Chicken, Reis und Salat. Köstlich.

Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder am selben Strand wie am Vortag.

So ging dann auch unsere Zeit auf Hawaii zu Ende. Eine schöne Zeit, welche wir auf dem Archipel in Mitten des Pazifiks verbringend durften. Mit atemberaubender, abwechslungsreicher Natur, westlichem Standard und einer Kultur, welche uns von den USA bekannt, jedoch durch das polynesische fremd ist.

Hawaii: Maui

Vor rund vier Wochen gab es auf Maui starke Waldbrände, über welche auch in der Schweiz berichtet wurde. Die Brände waren insbesondere auf Westmaui, wo die bekannte Stadt Lahaina ist, am wüten. Bereits im Vorfeld haben wir uns Gedanken gemacht, ob es moralisch vertretbar ist, auf eine Insel zu reisen, welche von einer Naturkatastrophe betroffen ist. Die Stimmen diesbezüglich waren unterschiedlich. Jason Momoa, ein hawaiianischer Schauspieler, riet von Reisen nach Maui ab. Personen aus dem Tourismusbereich hingegen, riefen Menschen dazu auf, nach Maui zu kommen. Da wir noch einige Zeit hatten, bis wir auf Maui landen würden, vertagten wir die Entscheidung.

Einige Tage vor unserem geplanten Maui Aufenthalt wurde von den Behörden kommuniziert, dass Reisen nach Maui kein Problem seien, jedoch Westmaui nicht bereits werden soll. Auch nach Rücksprache mit den Airbnb Anbietern, welche sich für das Kommen von Touristen aussprachen (was zu erwarten war, da sie ja von den Vermietungen leben), wussten wir noch nicht zu 100%, ob eine Reise nach Maui moralisch vertretbar ist.

Verschiedenen Berichten zufolge, sind 80% der Bewohner von Maui vom Tourismus abhängig. Wir entschieden uns, nach Maui zu gehen.

Bereits bei der Ankunft in Maui, als wir das Auto abholten, bedankte sich der Mitarbeitende der Autovermietung bei uns, dass wir Maui besuchen, da viele Personen ihre Buchung storniert hatten. Auch später bedankten sich bei verschiedenen Gelegenheiten Personen bei uns, dass wir hier seien.

Nach unserer Ankunft in der Unterkunft, waren wir alle doch etwas müde, da unser Flug früh am Morgen war und wir auch in den Tagen zuvor wenig Schlaf hatten. So verbrachten wir den Nachmittag mehrheitlich am Pool bei der Unterkunft und hatten eine entspannte Zeit.

Road to Hana

Für den zweiten Tag stand die Road to Hana auf dem Programm. Hana ist eine kleine Ortschaft im Osten der Insel. Maui kann man sich grob als liegende Acht vorstellen. Der linke Teil, also Westmaui, war ja tabu. Die Strasse führt an der Nordküste von Ostmaui entlang und endet in Hana. Wie so häufig, ist der Weg das Ziel. Die gewundene Strasse bietet verschiedene schöne Stellen: Wasserfälle, einen Bambuswald, einen Lava Tube und noch vieles mehr.

Eigentlich müsste man, sofern man einen Mietwagen hat, bei Hana die Fahrt beenden und wieder den gleichen Weg zurückfahren, da die Strasse nach Hana anspruchsvoll wird. Wir entschieden uns jedoch, den rechten Teil der 8 noch ganz zu umfahren. Die Strasse war dann auch nicht ganz so anspruchsvoll, wie es kommuniziert wurde.

Was uns auf der Fahrt aufgefallen ist, war, dass es sehr wenige Touristen hatte. Dies machte es für uns angenehmer, da wir überall parken konnten. Interessant war auch, dass die Nordküste von Ostmaui sehr grün ist. Dies aus dem Grund, dass der Vulkan in der Mitte von Ostmaui die Feuchtigkeit aufhält und es dort viel Niederschlag gibt. Im Süden hingegen ist es eher trocken.

Am nächsten Tag wollten wir vom oben gennanten Vulkan aus den Sonnenaufgang geniessen. Die Fahrt dauerte doch einige Zeit und wir mussten gegen 3:30 Uhr aufstehen. Den Nachmittag verbrachten wir am Strand. Die Stände auf Hawaii sind in der Regel für die Öffentlichkeit zugänglich und sind nicht exklusiv für Hotels oder Resorts reserviert, wie man es von anderen Ländern kennt.

Der dritte Tag startete mit einer Kayak und Schnorcheltour, wo wir mit Schildkröten schwimmen konnten. Es war auch der letzte ganze Tag, welchen wir mit Linn und Luca verbrachten, bevor sie weiter nach Japan flogen. Lena und ich blieben noch ein wenig auf Maui, da wir noch nicht alles gesehen hatten.

So fuhren wir am nächsten Tag am Morgen an den Flughafen, verabschiedeten uns von Linn und Luca, holten uns einen neuen und kleineren Mietwagen und fuhren zum Ocean Center. Dort kamen wir mit einer Mitarbeiterin ins Gespräch, welche uns erzählte, dass sie aktuell nur rund 2000 anstatt der ca. 10‘000 Besuchende pro Tag haben.

Unseren letzten Tag auf Maui verbrachten wir wieder auf der Road to Hana, da wir dort noch einen State Park besuchen wollten, für welchen wir bei der ersten Fahrt keine der notwendigen Reservierungen hatten. Im Statepark machten wir eine kurze Wanderung und gingen am Black Sand Beach baden. Für mich persönlich einer der schönsten Orte, welche wir auf Hawaii besuchen durften.

Auf dem Rückweg machten wir in Paia Halt. Ein kleines Dörfchen mit coolen Geschäften und entspannter Stimmung. Dort probierten wir auch das erste Mal Shaved Ice, eine hawaiianische „Spezialität“.

Am Abend flogen wir dann zurück nach O‘ahu, wo wir die letzten Tage auf Hawaii verbringen, bevor es dann weiter nach Australien geht.

Hawaii: Big Island

Seit dem letzten Beitrag sind nun doch schon einige Tage vergangen. Das liegt nicht daran, dass wir keine Lust hatten oder nichts passiert wäre, sondern eher das Gegenteil. Die letzten Tage waren wir viel unterwegs und hatten fast keine Gelegenheit, um unsere regelmässigen Berichte zu schreiben. Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Daher etwas verspätet „Big Island“.

Die grösste Insel von Hawaii wird umgangssprachlich Big Island genannt, obwohl der offizielle Name Hawai‘i ist. Da jedoch auch die gesamte Inselkette Hawai‘i heisst, kann so besser unterschieden werden.

Nach der Ankunft im Osten der Insel haben wir unseren Mietwagen abgeholt und uns auf den Weg zum nächsten Lebensmittelgeschäft gemacht, da unsere Unterkunft eher etwas abgelegen war und wir somit selber kochen wollten. Da wir wettertechnisch einen schlechten Tag erwischt haben, beschränkte sich unser Tagesprogramm auf Einkaufen, einen „Lava Tube“ besichtigen und Bezug unserer Unterkunft. Übrigens entsteht ein Lava Tube dadurch, dass fliessende Lava von aussen abkühlt und die Lava im Inneren abfliesst und so einen Hohlraum hinterlässt. Eindrücklich.

Der zweite Tag war dann wettertechnisch doch um einiges besser und wir besuchten den Volcanoes National Park im Südosten der Insel. Der Park erstreckt sich zwar bis ins Innere der Insel, aber dieser Teil ist nicht wirklich für Touristen zugänglich.

Eindrücklich war die Durchquerung eines Vulkankraters und die riesigen Lavafelder, welche von vergangenen Ausbrüchen noch zu sehen sind. Die Bilder sprechen da wohl für sich selber.

Für den nächsten Tag stand die Fahrt in den Westen der Insel auf dem Plan, wo wir die nächste Unterkunft gebucht hatten. Auf der Fahrt besuchten wir noch einen Black Sand Beach (der entsteht, wenn Lava ins Meer fliesst, sich verfestigt und dann zerspringt) und einen Green Sand Beach. Am Black Sand Beach fanden wir eine Baby Schildkröte, welche den Weg ins Meer nicht gefunden hatte. Wir meldeten unseren Fund dem Rettungsschwimmer, welcher die Baby Schildkröte unter seine Fittiche nahm. Erzählte uns, dass diese Schildkröte von einer vom Aussterben bedrohten Art sei und wir schauen sollten, ob wir noch weitere Baby Schildkröten finden. Kurz darauf fanden wir eine weitere Schildkröte, welche vor wenigen Minuten geschlüpft sein musste und den Weg über den Strand ins Meer in Angriff nahm. Rasch bildete sich eine Menschentraube um die Schildkröte, welche sie förmlich anfeuerte, bis sie endlich im Meer ankam.

Im Gegensatz zu schwarzen Stränden, sind grüne Strände doch um einiges seltener. Anscheinend gibt es nur vier grüne Sandstrände auf der Erde, welche aufgrund von Mineralien ihre Farbe hat. Der Strand war dann gar nicht so einfach zu erreichen. Entweder mittels Fussmarsch auf einem staubigen und sehr windigem Weg oder, die faule Variante, in dem man einen Einheimischen fragt, ob er einem mit seinem 4×4 Wagen fährt. Wir haben uns natürlich für die abenteuerliche Fahrt auf der Ladefläche eines rostigen Pickups entschieden.

Nach dem Bezug unserer Unterkunft in Kona (Westseite von Big Island) machten wir uns auf den Weg zum ruhenden Vulkan Mauna Kea. Wenn man den Berg vom Meeresgrund auf messen würde, wäre er der höchste Berg der Erde. Von seinem Gipfel, welcher mit dem Auto erreicht werden kann, soll ein wunderschöner Sonnenuntergang bewundert werden können. Leider haben wir es nicht ganz auf den Gipfel geschafft, da wir auf der Hinfahrt einen Umweg machen mussten, um den Wagen zu tanken. Es wird stark empfohlen mit einem vollen Tank auf den Berg zu fahren, da die Fahrt auf den Berg doch viel Sprit verbraucht. Uns war nicht bewusst, dass im Umkreis von zwei Stunden keine Tankstelle ist. Jedoch waren wir nicht ganz unglücklich, konnten wir nicht bis ganz auf den Gipfel hoch, da alle Autovermietungen die Fahrt bis ganz auf den Gipfel verbieten. Jährlich gibt es viele Unfälle, da beispielsweise Bremsen bei der Fahrt nach unten überhitzen. Wir konnten den Sonnenuntergang jedoch vom Visitor Center auf 3800 m ü. M. anschauen.

Das Highlight des nächsten Tages war eine Tour, bei welcher man in der Nacht mit Manta Rochen schnorcheln geht. Unsere Tour startet um ca. 19:00 Uhr. Als wir mit dem Boot rausfuhren, war das Meer ein wenig unruhig und zu unserer Enttäuschung entschieden die Tourveranstalter, dass es zu unsicher sei und die Tour wurde abgebrochen. Ärgerlich war, dass andere Touranbieter weiterhin Boote rausliessen. Da wir am nächsten Tag bereits wieder abreisten, konnten wir die Tour auch nicht verschieben. Daher fragten wir andere Touranbieter, welche den Betrieb noch nicht eingestellt hatten, ob sie noch Plätze frei hätten. Da Manta Schnorcheln eine der beliebtesten Aktivitäten auf Big Island ist, standen unsere Chancen jedoch schlecht. Wir kamen jedoch mit einem Anbieter ins Gespräch und er versuchte uns noch bei einer Gruppe (es startet pro Anbieter alle 50 Minuten eine neue Gruppe) unterzubringen. Nach einigem Hin und Her (und 3.5h später) konnten wir doch noch aufs Meer. Der Wind und somit auch die Wellen hatten abgeflaut und wir konnten einen Manta beobachten. Dabei lassen die Tourveranstalter ein Surfboard mit LEDs ins Wasser und durch das Licht wird Plankton angezogen. Das Plankton lockt dann Mantas an. Mit Brille und Schnorchel hält man sich am Surfbrett fest und der Manta macht unter dem Brett Loopings und frisst das Plankton. Da Mantas bis zu 9m Spannweite haben können, ist es doch ein wenig beängstigend, wenn sie mit geöffnetem Mund auf dich zu schwimmen. Ich muss hier jedoch ergänzen, dass der Manta, welchen wir gesehen haben „nur“ 2-3m gross war. Dennoch im ersten Moment beängstigend. Nach einigen Minuten hat man sich jedoch an den Anblick gewöhnt. Die Mantas kommen einem so nahe, dass sie einem berühren. Eine sehr eindrückliche und empfehlenswerte Erfahrung!

Hawaii: O‘ahu

Von Vancouver aus ging der Flug weiter nach Hawaii. Praktisch war, dass wir bereits am Flughafen in Kanada die Immigration in die Vereinigten Staaten machen konnten. Da sowohl Lena wie auch ich bereits mehrfach in den USA waren, können wir sagen, dass diese Immigration die Entspannteste war.

Der Flug von Vancouver nach Honolulu dauerte doch rund sechs Stunden. Ärgerlich war, dass mein Entertainment System nicht funktioniert hat. Als Kompensation erhielt ich einen „Rabatt-Code“ für meinen nächsten Flug mit Air Canada. Hat mir in diesem Moment nicht allzu viel genutzt.

Am Flughafen konnten wir unser Mietauto abholen und erhielten ein Upgrade, da die Dame am Schalter fragte, ob wir zu zweit oder mit weiteren Personen unterwegs seien. Da wir uns in Hawaii mit Linn (Lenas Schwester) und Luca (ihr Freund und mein ehemaliger Handball Teamkollege) trafen, wurde uns ein doch recht grosses Auto zur Verfügung gestellt. In den USA ist zum Glück alles ein wenig grösser dimensioniert (von den Mahlzeiten bis hin zu den Strassen), was das Fahren mit einem grossen Wagen doch entspannt macht.

Pearl Harbor

Die vier Tage auf O‘ahu verbrachten wir in einem Airbnb gleich in der Nähe des bekannten Waikiki Beach in Honolulu. Ein guter Ausgangspunkt für Erkundigungen der Insel. So besichtigten wir am nächsten Tag Pearl Harbor. Unter dem Begriff Pearl Harbor versteht man grundsätzlich nicht nur den Angriff auf den Hafen selbst, sondern der gesamte Angriff auf die Insel O‘ahu durch die Japaner, bei welchem diverse Ziele koordiniert angegriffen wurden. Die Geschichte und Ereignisse werden eindrücklich (jedoch in den USA gewohnt patriotisch) aufgezeigt. Wir konnten das Kiegsschifft Arizona, welches beim Angriff gesunken und dort belassen wurde, von einer Plattform aus besichtigen.

Den Nachmittag des ersten Tages verbrachten wir dann am Waikikibeach.

Lanikai Pillbox Trail und Lanikai Beach

Der 22. August, also unser zweiter volle Tag auf O‘ahu, war insbesondere für Linn ein spezieller Tag, da sie ihren 30. Geburtstag feieren durfte. Am Morgen unternahmen wir einen kurzen Hike zu einer der vielen „Pillboxes“ – das waren militärische Aussichtsbunker. In der Regel finden sich diese auf einem erhöhten Punkt, was die Wanderung bei rund 30 Grad zu einer schweisstreibenden Angelegenheit machte. Um uns entsprechend abzukühlen, besuchten wir den Lanikai Beach. Dort konnten wir Meeresschildkröten im Wasser beobachten. Zumindest für mich die erste Sichtung.

Für das Abendessen besuchten wir die amerikanische Restaurantkette „Cheesecake Factory“. Wie bereits erwähnt, sind die Mahlzeiten in den USA eher überdimensioniert. Die Cheesecake Factory macht da keine Ausnahme. Beispielsweise hatte der Cheesecake, welchen Linn zu ihrem Geburtstag geschenkt bekommen hat, rund 1500 Kilokalorien. Wir mussten diesen nach dem üppigen Abendessen zu viert verdrücken.

North Shore

Den 3. Tag verbrachten wir mit einem Lehrerkollegen von Luca und dessen Familie. Wir fuhren entlang der „North Shore“ und besuchten verschiedene Stände. Unter anderem auch den Laniakea Beach, wo wir grosse Meeresschildkröten beobachten konnten.

Da Hawaii ja bekanntlich eine resp. mehrere Inseln sind, kann man überall Meeresfrüchte essen. Bekannt sind die Foodtrucks an der North Shore, welche Shrimps verkaufen. So assen wir zu Mittag je eine Portion Garlic Shrimps. Den Abschluss des Tages machten wir am Sunset Beach und schauten dort den Sonnenuntergang.

Heute reisen wir bereits weiter auf die nächste Insel (Kauai). Um zwischen den Inseln hin und her zu reisen, muss man fliegen, da es keine Fähren gibt. Die Flüge sind jedoch relativ kurz. Der heutige Flug bspw. knapp 40 Minuten.

Vancouver Island: Tofino

Etwa in der Mitte der Westküste von Vancouver Island findet sich das kleine Dorf Tofino. Bekannt für die entspannte Stimmung und Surfen. Genau in dieses Orf wollten wir. Bevor wir uns jedoch auf den Weg machten, sahen wir beim Frühstück von unserer Terrasse aus, wie sich ein Whalewatching-Boot näherte und nach einem Wal Aussicht hielt. So konnten wir aus der Ferne für einen kurzen Moment einen Wal sehen.

Um nach Tofino zu gelangen, gibt es nicht viele Möglichkeiten. Der schnellste Weg von der Ostküste Vancouver Islands, an welcher wir von Quadra Island wieder anlegten, führte einmal über die gesamte Breite der Insel. Grundsätzlich eine schöne Strecke durch eine stark bewaldete Landschaft. Jedoch machte uns genau der Wald – genauer gesagt, die Waldbrände, welche in Kanada häufiger auftreten, zu schaffen. Vor einigen Wochen brannte der Wald nahe der Strasse, welche wir nehmen mussten und zwang die örtlichen Behörden zu baulichen Massnahmen, um die Durchfahrt wieder sicher zu machen. Um Tofino jedoch nicht komplett über den Landweg abzuschneiden, kann die Strasse einspurig befahren werden. Dabei gilt es jedoch die Zeiten genau im Auge zu behalten, da die Strasse teilweise auch komplett gesperrt ist. In der übrigen Zeit, steht man mehrere Kilometern im Stau. So standen auch wir am Freitagmittag mit vielen weiteren Reisenden in einer Blechkolonne und warteten, bis wir weiter fahren konnten. Ein Rotlicht und ca. 9km Stau trennten uns vom betroffenen Abschnitt. Das Rotlicht lässt alle 15 Minuten Autos von einer Seite durchfahren. Als sich die Kolonne endlich wieder in Bewegung setzte, konnten wir ein ganzes Stück fahren und sahen schon bald die Barriere beim Rotlicht. Im Rückspiegel sahen wir gerade noch, wie sich die Barriere hinter uns schloss und wir als letztes Auto den einspurigen Abschnitt befahren konnten.

Unser AirBnb, welches wir bei Tofino bezogen, lag etwas ausserhalb der Ortschaft. Erfreulicherweise gab es einen gratis Shuttlebus, der uns ins Städtchen fuhr. Dort angekommen, buchten wir für den nächsten Morgen eine Bootstour, bei welcher man Bären beobachten kann. Vor dem Abendessen reichte es uns gerade noch, um in einer Bar ein Bier resp. Cocktails zu trinken, bis wir in ein japanisches Restaurant gingen.

Die Bootstour startete bereits um sieben Uhr morgens und ensprechend machten wir uns früh auf den Weg. In Tofino waren die Temperaturen doch bedeutend kühler als sie noch in Vancouver oder auf Quadra Island waren. So waren wir auch froh, dass wir mit wärmenden Overalls ausgestattet wurden. Bei solchen Touren ist es ja immer ungewiss, ob man überhaupt das gewünschte Tier sichtet. So war ich zumindest froh, dass der erste Teil der Bootsfahrt schon lohnenswert war, da die Sonne gerade über den Bergen aufging und sich uns ein schönes Panorama präsentierte.

Bären, so erklärte uns unsere Tourguidin, kommen während der Ebbe ans Wasser und suchen unter Steinen nach Krebsen oder anderen kleinen Tierchen, welche sie fressen. Daher steuerten wir verschiedene Buchten an, in welchen sich die Bären häufig blicken lassen. Bereits nach kurzer Zeit entdeckten wir den ersten Bären. Nach einigen Minuten (und viele Bilder später) steuerten wir weitere Buchten an, um unterschiedliche Bären und ihr Verhalten zu beobachten. Am Ende der Tour konnten wir auf fünf Bärensichtungen zurück blicken. Eine eindrückliche Szene sahen wir, als wir einen Bären über einen längeren Zeitraum beobachteten, wie er an der Küste entlang lief und dann auf einen zweiten Bären stiess. Kurz blickten sich die Bären an, bis sich der eine (wohl nicht das Alphatier) aus dem Staub machte. Ein absolut lohnenswerter Ausflug.

Nach der Tour mussten wir uns entsprechend stärken und fuhren zu einem Foodtruck, der Tacos verkauft und lokale Bekanntheit geniesst. Entsprechend viele Leute besuchen den Truck und die Warteschlange ist lang. Bereits um 10:45 Uhr standen Leute an, um sich einen Taco von dem um 11:00 Uhr öffnenden „Tacofino“ zu holen. Auch wir zählten zu den Leuten, die sich bereits früh anstellten. Das Warten lohnt sicht auf jeden Fall. Am Nachmittag gingen wir zum Strand und schauten Hannes beim surfen zu.

Den Abend liessen wir gemütlich in Tofino ausklingen, da wir am Sonntagmorgen bereits wieder früh raus mussten, um den Stau bei der oben erwähnten Strasse zu vermeiden. Zudem wurde unsere Fähre nach Vancouver kurzfristig storniert, da diese einen technischen Defekt hatte. Leider waren im Vorfeld keine Reservationen für eine andere Fähre mehr möglich und wir mussten unser Glück vor Ort versuchen. Ein Grund mehr, um möglichst früh los zu fahren. Entsprechend klingelte unser Wecker bereits um 04:45 Uhr.

Ohne Stau und mit etwas Glück ergatterten wir uns noch einen Platz auf der zweiten Fähre, die an diesem Tag fuhr und erreichten gegen Mittag wieder Vancouver. Vancouver zeigte sich dunstverhangen, da der Rauch der nahliegenden Waldbrände über die Stadt zog.

Nach einem letzten Mittagessen mit Hannes und Jeli, mussten wir auch schon wieder Abschied nehmen. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für die Organisation und das Herumführen, sodass wir unsere Reise doch nicht ganz so planlos gestartet ist.

Nun heisst es Aloha Hawaii.

Vancouver

Nach einer vom Jetlag geprägten Nacht, schlenderten wir durch Vancouver zu einem Caffee, in welchem Hannes aktuell arbeitet. Die Tätigkeit als Barista ist für Hannes nur die vorübergehende Beschäftigung während seines Kanada-Aufenthalts. Ganz in der Nähe (quasi Vis-a-vis) arbeitet Jeli als Wirtschaftsprüferin – der eigentliche Grund für ihren Aufenthalt in Vancouver.

Gestärkt und mit Kaffee versorgt, spazierten wir durch Vancouver und warteten, bis die Schicht von Hannes vorüber war, damit wir mit gemieteten Fahrrädern eine Runde um den Stanley Park machen konnten. Downtown und der nördlich gelegene Stanley Park befinden sich auf einer Halbinsel. Nach der Fahrradtour besuchten wir noch den Public Market, ein ehemaliges Industrieareal, auf welchem verschiedene Geschäfte zu finden sind. Von dort aus nahmen wir den Aquabus, um wieder nach Downtown zu gelangen. Ein Aquabus ist ein kleines Boot, welches verschiedene Stationen in der Bucht bei Vancouver ansteuert.

Nach einem Aperitif auf der Terrasse unserer Unterkunft fuhren wir zu zwei sogenannten „Speakeasy Bars“. Das sind Bars, welche angelehnt an die Prohibition, „versteckt“ sind und von aussen nicht als solche zu erkennen sind. Bei einigen wird ein Passwort oder eine Passphrase zum Eintritt benötigt. So mussten wir bei einer Bar, welche als Wettbüro getarnt war, auf das richtige Pferd setzen, um die Tür zum Hinterzimmer geöffnet zu bekommen. Dahinter verbarg sich dann die eigentliche Bar.

Am nächsten Tag…

… erkundeten wir den Stadtteil Gastown, in welchem die Steamclock zu finden ist. Die Uhr spielt alle 15 Minuten eine durch Dampf erzeugte Melodie ab. Ganz hübsch, fand Lena.

Die Küste von Kanada wurde früher und auch heute noch durch Wasserflugzeuge angesteuert. Insbesondere von Vancouver Harbour aus fliegen regelmässig Flugzeuge nahe gelegene Orte, wie beispielsweise Tofino auf Vancouver Island, an. Es können jedoch auch Rundflüge gebucht werden, in welchen man innerhalb von 20 Minuten einen Überblick über Vancouver sowie die umliegende Natur erhält. Da wir bisher noch nie mit einem Wasserflugzeug geflogen sind, wollten wir diese Erfahrung nachholen. Obwohl Hannes bereits einen Flug nach Tofino gemacht hat, schloss er sich kurzer Hand auch an. Eine durchwegs positive Erfahrung.

Für den bevorstehenden Roadtrip nach und auf Vancouver Island holten wir unseren Mietwagen am Flughafen ab. Morgen setzen wir dann mit der Fähre nach Vancouver Island über.

Hello Vancouver

So ganz haben wir es noch nicht realisiert, dass wir die nächsten Monate auf Reisen sein werden. Bis zum Abflug gab es einfach noch viel zu erledigen und auch noch jetzt fragen wir uns, ob wir an alles gedacht haben; ist Zuhause alles geregelt?, haben wir alles Wichtige eingepackt?, hätten wir für die Einreise nach Kanada noch etwas beachten müssen? Zumindest beim letzten Punkt, scheinen wir nicht allzu viel falsch gemacht zu haben, da wir nun wirklich in Vancouver sind. 😊

Nach einem fast 11-stündigen Flug sind wir in Vancouver gelandet und wurden herzlich von Hannes und Jeli (zwei Freunde aus der Schweiz, die aktuell in Vancouver leben) am Flughafen begrüsst.

Nach einer kurzen Fahrt mit der Bahn waren wir schon in Downtown Vancouver und konnten die Gäste Suite im Wohnhause von Hannes und Jeli beziehen. In Vancouver, zumindest in der Innenstadt, leben die Menschen in Hochhäusern.

Nach dem wir kurz geduscht und einen Aperitif zu uns genommen hatten, fuhren wir mit eBikes durch die Stadt in ein Restaurant am Strand.

Nach 24h ohne Schlaf, konnten wir dann endlich ins Bett.